Jürgen Hunke

In meinem Leben habe ich immer nach vorne geschaut, bin neugierig auf Herausforderungen und interessiert an Menschen, die ihren eigenen Weg gehen.

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Dennoch ist mein Weg auch durch Erfahrungen der Vergangenheit geprägt, insbesondere durch mein Elternhaus in Westfalen. Ich hatte das große Glück, mit zwei Grundwerten für mein Leben ausgestattet zu werden, die mir meine Eltern vorgelebt haben: Das Gebot, offen und transparent zu sein und den Glauben, dass ich mein Leben selbst meistern muss. 

Eine offene und kritische Auseinandersetzung mit der Wahrheit und insbesondere mit vermeintlichen Wahrheiten ist schon immer Teil meiner Persönlichkeit gewesen. Die daraus folgende Hartnäckigkeit, Dingen auf den Grund zu gehen und sie zu hinterfragen, ist bisweilen anstrengend - nicht nur für Dritte, die meine kämpferische Haltung kennen, sondern auch für mich selbst. 

Ob im Umweltschutz, in der Altersvorsorge oder in der Bildungspolitik – es wird manches Mal wider besseres Wissen Raubbau an unserer eigenen Zukunft und der unserer Kinder betrieben. Immer mehr Volksvertreter zielen auf  Lobbyismus und Klientelpolitik statt auf das Wohl der Allgemeinheit zu achten. Damit haben sie eben nicht die Lebensqualität zukünftiger Generationen im Blick. Ich habe dazu in meinen Büchern ausführlich Stellung bezogen. 

Ich blicke heute auf eine über 60-jährige Selbstständigkeit zurück. Das bedeutet mehr als ein halbes Jahrhundert arbeiten, ohne angestellt zu sein. 60 Jahre, in denen ich auf mich selbst vertraut und mich nicht auf andere verlassen habe. Der Glaube, dass ich dennoch nicht alleine bin, sondern „da oben“ jemand über mich wacht, zählt dazu. Meine christlich-protestantische Erziehung, aber auch die Philosophie des Buddhismus beeinflussen mein eigenes Kraftzentrum, mein Denken und mein Handeln positiv. 

Auch in dieser Hinsicht wünschte ich mir oft, dass insbesondere junge Menschen ihr Leben mehr in die Hand nähmen. Mit mehr Optimismus und Beseeltheit – und mit mehr Rückhalt durch eine intakte Familie, durch ein ehrliches Umfeld. Ein wichtiges Umfeld kann der Sport sein. Letztlich hat meine innere Verbundenheit mit dem Hamburger Sportverein weniger mit der Raute und der Bedeutung des HSV als erfolgreichem Fußballverein zu tun. 

Es sind vielmehr die Menschen und Charaktere, die mehrheitlich ehrenamtlich als Vorbilder für Jugendliche dienen, Feuer in den Augen entfachen und Mut erzeugen, sich selbst zu beweisen. Ob das bildlich gesprochen ein Tor aus spitzem Winkel ins obere, kurze Eck ist – oder die Fähigkeit, eigene Träume zu verwirklichen - ich empfinde den Sport als einen hervorragenden Lehrmeister, um sich selbst und andere zu erkennen, sich weiterzuentwickeln, seine eigenen Ziele zu erreichen. 

Und sich selbst weiterentwickeln, das bedeutet übrigens auch im Alter: nicht stehen zu bleiben.