Die City hat wieder eine Zukunft

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Die City hat wieder eine Zukunft
Photo by Alexander Bagno / Unsplash

Früher ging oder fuhr man vornehmlich in die Stadt um einzukaufen. Danach gab es vielleicht noch Kaffee und Kuchen oder einen Lunch dort, am Wochenende wurde hier und dort noch ein Musical- oder Theaterbesuch drangehängt. Und dann machte man sich wieder auf den Heimweg. Nun hat sich jedoch unser aller Konsumverhalten drastisch verändert: „Der Onlinehandel hat sich seit der Jahrtausendwende fast versiebzigfacht. Lag der (Online-)Umsatz im Jahr 2000 bei bescheidenen 1,3 Milliarden Euro, ist er inzwischen auf 88 Milliarden gestiegen, die Pandemie brachte einen zusätzlichen Wachstumsschub“ (Hamburger Abendblatt/29. Juni 24). 

Die Mönckebergstraße, die Spitalerstraße, die schönen Einkaufspassagen im Herzen der Stadt oder einst etablierte Kaufhäuser wurden früher allzu gern von uns angesteuert, ebenso wie das eine oder andere Einzelhandelsgeschäft in Sachen Fashion, Schuhe oder Sneakers, Beleuchtung, Möbel oder Bücher. Dies alles und fast alles andere auch kann von uns im Netz bestellt werden. Und öfters geht man wohl in ein Geschäft, probiert etwas an…um es dann aber im Internet zu bestellen. Wohin soll das führen für die Hamburger Innenstadt? Es müssen also neue Konzepte her.

Denn es gibt einen weiteren, wichtigen Gestaltungs-Punkt aller großen Innenstädte: Durch internationale Ketten und deren Eroberung der Cities ähneln sich diese inzwischen allzu sehr, und dies trifft ebenfalls auf Hamburg zu. Aber die Krise der Innenstädte ist gleichzeitig eine große Chance zur Neugestaltung, zum Nachdenken über bloßen Konsum hinaus – der Besuch der City kann nun zum Erlebnis, zum Kulturplatz, ja, zur Entspannung werden. Ein Beispiel dafür: Das neu erbaute und konzipierte Deutschlandhaus in zentraler Lage am Dammtor, vis-à-vis des Gänsemarktes und der Staatsoper. 

Quelle: https://www.deutschlandhaus.com/de/

Büroflächen, Gastronomie, Einzelhandel, Wohnungen – alles unter einem Dach. Und mit einem atemberaubend schönen, für jedermann frei zugänglichen riesigen Innenhof, der von 32 Palmen gesäumt wird. Ja, so kann moderne Innenstadt-Gestaltung Wirklichkeit werden, die nicht nur Hamburger anziehen wird, sondern auch andere Besucher und Touristen. Dies gilt übrigens desgleichen für zahlreich entstandene Pop-Up-Kultur-Geschäfte oder ganze Gebäude wie das „Jupiter“ in der Mönckebergstraße, früher war hier Karstadt-Sport zu finden. Jetzt gibt es hier in der Zwischennutzung „Ausstellungen, temporäre Ateliers, Veranstaltungen oder Pop-Up-Stores“ (NDR), „ein Querschnitt der Hamburger Kreativszene“ soll sie hier zuhause fühlen können.

Quelle:https://www.deutschlandhaus.com/de/

Und so gibt es derzeit schon fertige, neue Innenstadt-Quartiere wie etwa die Stadthöfe und das Springer-Quartier oder das im Bau befindliche Elisen-Palais, dort wo früher das C&A-Gebäude stand. Es geht in der City jetzt und in Zukunft mehr denn je um Qualität, nicht um Quantität, um Nachhaltigkeit, nicht um rasenden Konsum. Die City hat wieder eine Zukunft. 

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